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Folgen des Freihandels. Das Ende des Welttextilabkommens und die Auswirkungen auf die Beschäftigten

Art.-Nr.: 2016-03

Erscheinungsjahr: 2016

Die Frage nach Chancen und Grenzen eines globalisierten Freihandels wird derzeit in Deutschland kontrovers diskutiert. Während Teile der Wirtschaft und Akteure aus der Politik die Segnungen des freien Marktes nicht genug preisen können, sind Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften, Kulturschaffende sowie viele kleine und mittlere Unternehmen eher skeptisch. Für eine seriöse Diskussion über die Folgen des Freihandels ist es sinnvoll, einen Blick auf den seit 2005 weitgehend liberalisierten Weltmarkt für Textilien und Bekleidung zu werfen.

Die Arbeitsbedingungen der Näherinnen und Näher, die für Hungerlöhne die Kleidung der großen Textilmarken herstellen, verdeutlichen, dass Freihandel in der Regel nicht zum Nutzen aller Beteiligten funktioniert. Wohlstand ist für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den meisten Produktionsländern weiter eine Illusion. Nicht nur, weil die mageren Einkommen kaum zum Leben reichen, sondern auch wegen des oft mangelhaften Arbeitsschutzes und der daraus resultierenden Gefahren für Leib und Leben. Unglücke wie das von Rana Plaza oder der Brand bei Ali Enterprise sind nur die bekanntesten Beispiele. Die allermeisten Arbeitsunfälle schaffen es erst gar nicht in die Schlagzeilen unserer Medien. Diese Katastrophen machen auch die Verantwortung der großen Bekleidungsmarken deutlich. Sie profitieren mit hohen Gewinnmargen von der Ausbeutung der Beschäftigten und setzen mit ihrer Marktmacht den produzierenden Subunternehmen zu. Aufträge werden nur an die billigsten Produzenten an den billigsten Standorten vergeben. Soziale Kriterien spielen bei der Auswahl faktisch kaum eine Rolle.

Zehn Jahre nach dem Ende des Welttextilabkommens, mit dem Jahrzehnte der Regulierung des Handels für Textilien und Bekleidung zu Ende gingen, lenken Otto Brenner Stiftung und IG Metall mit der Förderung und der Veröffentlichung der hier vorliegenden Studie den Blick auf die Entwicklung der Arbeitsbedingungen in der globalen Textil- und Bekleidungsindustrie. Nach Vorgängerstudien aus den Jahren 2004 und 2009 fragt diese Untersuchung nun danach, wie sich die Handelsliberalisierung auf die Textil- und Bekleidungsindustrie sowie die Arbeitsbedingungen in sieben zentralen Produktionsländern ausgewirkt haben.

(Dr. Sabine Ferenschild u.a., 152 Seiten)

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Folgen des Freihandels. Das Ende des Welttextilabkommens und die Auswirkungen auf die Beschäftigten

Art.-Nr.: 2016-03

Erscheinungsjahr: 2016

Die Frage nach Chancen und Grenzen eines globalisierten Freihandels wird derzeit in Deutschland kontrovers diskutiert. Während Teile der Wirtschaft und Akteure aus der Politik die Segnungen des freien Marktes nicht genug preisen können, sind Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften, Kulturschaffende sowie viele kleine und mittlere Unternehmen eher skeptisch. Für eine seriöse Diskussion über die Folgen des Freihandels ist es sinnvoll, einen Blick auf den seit 2005 weitgehend liberalisierten Weltmarkt für Textilien und Bekleidung zu werfen.

Die Arbeitsbedingungen der Näherinnen und Näher, die für Hungerlöhne die Kleidung der großen Textilmarken herstellen, verdeutlichen, dass Freihandel in der Regel nicht zum Nutzen aller Beteiligten funktioniert. Wohlstand ist für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den meisten Produktionsländern weiter eine Illusion. Nicht nur, weil die mageren Einkommen kaum zum Leben reichen, sondern auch wegen des oft mangelhaften Arbeitsschutzes und der daraus resultierenden Gefahren für Leib und Leben. Unglücke wie das von Rana Plaza oder der Brand bei Ali Enterprise sind nur die bekanntesten Beispiele. Die allermeisten Arbeitsunfälle schaffen es erst gar nicht in die Schlagzeilen unserer Medien. Diese Katastrophen machen auch die Verantwortung der großen Bekleidungsmarken deutlich. Sie profitieren mit hohen Gewinnmargen von der Ausbeutung der Beschäftigten und setzen mit ihrer Marktmacht den produzierenden Subunternehmen zu. Aufträge werden nur an die billigsten Produzenten an den billigsten Standorten vergeben. Soziale Kriterien spielen bei der Auswahl faktisch kaum eine Rolle.

Zehn Jahre nach dem Ende des Welttextilabkommens, mit dem Jahrzehnte der Regulierung des Handels für Textilien und Bekleidung zu Ende gingen, lenken Otto Brenner Stiftung und IG Metall mit der Förderung und der Veröffentlichung der hier vorliegenden Studie den Blick auf die Entwicklung der Arbeitsbedingungen in der globalen Textil- und Bekleidungsindustrie. Nach Vorgängerstudien aus den Jahren 2004 und 2009 fragt diese Untersuchung nun danach, wie sich die Handelsliberalisierung auf die Textil- und Bekleidungsindustrie sowie die Arbeitsbedingungen in sieben zentralen Produktionsländern ausgewirkt haben.

(Dr. Sabine Ferenschild u.a., 152 Seiten)

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