Arbeitsbedingungen in der textilen Kette

In der weltweiten Textil- und Bekleidungsindustrie sind schwerwiegende Arbeitsrechtsverletzungen der mehrheitlich weiblichen Beschäftigten an der Tagesordnung. Viele von ihnen sind informell beschäftigt. Ihre Arbeit ist sozial ungeschützt und unter ihnen ist Armut weit verbreitet. Über die Hälfte der informell Arbeitenden sind Frauen. Wichtige Hebel zur Absenkung von Arbeits- und Sozialstandards waren in den letzten Jahrzehnten die Ausbreitung von „Freien Exportzonen“, die wachsende Beschäftigung von MigrantInnen sowie die Liberalisierung im Welttextilhandel. Auf allen Stufen der textilen Wertschöpfungskette - vom Anbau und der Verarbeitung von Baumwolle über Spinnereien, Webereien, Textilverarbeitung und Konfektionierung - sind informelle Arbeitsverhältnisse Alltag. SÜDWIND untersucht diese sowie die Arbeitsbedingungen von formell Beschäftigten zusammen mit Partnerorganisationen in den Produktionsländern.

SÜDWIND arbeitet seit der Gründung im Trägerkreis der Kampagne für Saubere Kleidung/Clean Clothes Campaign (CCC) mit. Die CCC ist ein weltweites Netzwerk. Um die Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie weltweit zu verbessern, informiert die CCC die VerbraucherInnen, übt Einfluss auf Unternehmen aus, unterstützt Arbeitnehmerorganisationen in Konfliktfällen und führt Kampagnen durch, die sich an die Politik wendet.

Publikationen

Indonesien gehört zu den zehn größten Exportnationen von Bekleidung weltweit. Wären die Löhne in der Textil- und Bekleidungsindustrie existenzsichernd, wäre ein großer Schritt zur Erreichung des UN-Nachhaltigkeitsziels „menschenwürdige Arbeit“ getan. Ein
Blick in die realen Bedingungen in der indonesischen Textil- und Bekleidungsindustrie zeigt, dass die meisten ArbeiterInnen nur Mindestlöhne verdienen, von denen die Beschäftigten und ihre Familien nicht menschenwürdig leben können. Wie aber könnten existenzsichernde Löhne durchgesetzt werden?

Die Studie stellt verschiedene Ansätze vor, angefangen beim Protokoll für Vereinigungsfreiheit über globale Rahmenabkommen bis zu den Ansätzen des deutschen Bündnisses für Nachhaltige Textilien.

Mehr erfahren

Aktuelles/Pressemitteilungen

Pressemitteilung: Neue SÜDWIND-Studie zeigt: Mehr Engagement deutscher Textil- und Sportartikelhändler für existenzsichernde Löhne in Indonesien nötig

[Bonn, 18.06.2019] Anlässlich des Deutschen Evangelischen Kirchentags vom 19.-23. Juni 2019 in Dortmund veröffentlicht SÜDWIND heute die Studie „Wege zu existenzsichernden Löhnen–Das Beispiel Indonesien“ zur Lohnsituation in der Textilbranche Indonesiens. Indonesien gehört zu den wichtigsten Lieferländern von Textilien und Bekleidung weltweit. Viele deutsche Textil- und Sportartikelmarken lassen dort produzieren. Die Löhne für die Beschäftigten in den Textil-, Bekleidungs- und Sportschuhbetrieben liegen allerdings weit unterhalb von existenzsichernden Löhnen.

 

Mehr erfahren

Audio/Video

Gibt es ethisch vertretbare Kleidung? Einfach vegan - der Forscherpodcast

In dieser Folge gehen die Macher des Podcasts "Einfach vegan - der Forscherpodacst" wieder einer Hörerfrage nach und zwar hat Felix gefragt: "Gibt es Kleidung, die ohne (oder mit möglichst wenigen) Zwischenhändler*innen von einer Kooperative von Nähern/innen verschickt/vermarktet werden und bei der auch z.B. Kinderarbeit ausgeschlossen ist und Bioanbau betrieben wird. Es soll möglichst viel vom Aufpreis auf die fairen Produkte dortbleiben, was ja selbst bei strengeren Siegeln sehr niedrig oder undurchsichtig sein kann." Auf der Suche nach einer Gesprächspartnerin, die mir diese Frage beantworten kann, sind die AutorInnen auf Sabine Ferenschild getroffen. In diesem Interview erklärt sie, worauf Du bei der Kleiderwahl achten solltest und gibt Einblicke in die Komplexität der textilen Produktionskette.

Mehr erfahren

Aus unseren Netzwerken

Offener Brief für mehr Transparenz bei Geldanlagen

Die EU verhandelt gerade zur Regulierung von nachhaltigen Geldanlagen. Ein unserer Meinung nach sehr wichtiger Aspekt ist die Reichweite der Offenlegungspflichten für Geldanlageangebote. Ein aktuell mögliches Ergebnis ist eine Beschränkung der Offenlegungspflichten nur auf nachhaltige Angebote. Anstatt alle Finanzakteure zu mehr Transparenz zu bewegen würden so Nachteile für nachhaltige Angebote entstehen. Daher unterzeichnet SÜDWIND einen Aufruf, der sich an Politiker wendet, die direkt an den Prozessen in der EU beteiligt und für die deutsche Haltung des EU-Rates zuständig sind. Das Ziel ist es, alle Akteure zu mehr Transparenz zu verpflichten.

 

Mehr erfahren

Online spenden