Arbeitsbedingungen in der textilen Kette

In der weltweiten Textil- und Bekleidungsindustrie sind schwerwiegende Arbeitsrechtsverletzungen der mehrheitlich weiblichen Beschäftigten an der Tagesordnung. Viele von ihnen sind informell beschäftigt. Ihre Arbeit ist sozial ungeschützt und unter ihnen ist Armut weit verbreitet. Über die Hälfte der informell Arbeitenden sind Frauen. Wichtige Hebel zur Absenkung von Arbeits- und Sozialstandards waren in den letzten Jahrzehnten die Ausbreitung von „Freien Exportzonen“, die wachsende Beschäftigung von MigrantInnen sowie die Liberalisierung im Welttextilhandel. Auf allen Stufen der textilen Wertschöpfungskette - vom Anbau und der Verarbeitung von Baumwolle über Spinnereien, Webereien, Textilverarbeitung und Konfektionierung - sind informelle Arbeitsverhältnisse Alltag. SÜDWIND untersucht diese sowie die Arbeitsbedingungen von formell Beschäftigten zusammen mit Partnerorganisationen in den Produktionsländern.

SÜDWIND arbeitet seit der Gründung im Trägerkreis der Kampagne für Saubere Kleidung/Clean Clothes Campaign (CCC) mit. Die CCC ist ein weltweites Netzwerk. Um die Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie weltweit zu verbessern, informiert die CCC die VerbraucherInnen, übt Einfluss auf Unternehmen aus, unterstützt Arbeitnehmerorganisationen in Konfliktfällen und führt Kampagnen durch, die sich an die Politik wendet.

Publikationen

„Flinke Finger“ werden den Kindern nachgesagt, die auf indischen Baumwollfeldern zu Zehntausenden Saatgut produzieren. Ihre Arbeit kann unsichtbar in jedem Kleidungsstück oder Handtuch aus indischer Baumwolle stecken. Wer Textilien und Bekleidung ohne Kinderarbeit anbieten (oder konsumieren) will, muss deshalb auch der Frage nachgehen, unter wel­chen Bedingungen das Saatgut produziert wurde, aus dem dann später die Baumwollfaser gewonnen und verarbeitet wurde.

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Aktuelles/Pressemitteilungen

Pressemitteilung: SÜDWIND begrüßt Vorstoß für verbindliche menschenrechtliche Sorgfaltspflichten

Bonn, 11.02.2019: Laut Medienberichten hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) einen noch unveröffentlichten Gesetzesentwurf erarbeitet, der Unternehmen verpflichtet, Menschenrechte in ihren Wertschöpfungsketten zu achten. Das SÜDWIND-Institut begrüßt die Initiative und appelliert an die Bundesregierung, endlich verbindliche Sorgfaltspflichten für Unternehmen zu beschließen.

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Audio/Video

Gibt es ethisch vertretbare Kleidung? Einfach vegan - der Forscherpodcast

In dieser Folge gehen die Macher des Podcasts "Einfach vegan - der Forscherpodacst" wieder einer Hörerfrage nach und zwar hat Felix gefragt: "Gibt es Kleidung, die ohne (oder mit möglichst wenigen) Zwischenhändler*innen von einer Kooperative von Nähern/innen verschickt/vermarktet werden und bei der auch z.B. Kinderarbeit ausgeschlossen ist und Bioanbau betrieben wird. Es soll möglichst viel vom Aufpreis auf die fairen Produkte dortbleiben, was ja selbst bei strengeren Siegeln sehr niedrig oder undurchsichtig sein kann." Auf der Suche nach einer Gesprächspartnerin, die mir diese Frage beantworten kann, sind die AutorInnen auf Sabine Ferenschild getroffen. In diesem Interview erklärt sie, worauf Du bei der Kleiderwahl achten solltest und gibt Einblicke in die Komplexität der textilen Produktionskette.

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Aus unseren Netzwerken

Pressemitteilung: Kampagne für Saubere Kleidung unterstützt Arbeitnehmergruppen bei der Forderung nach einer vollständigen Entschädigung im indonesischen Arbeitskonflikt

Wuppertal, 11. Februar 2019: Vor mehr als sechs Jahren wurden 1.300 ArbeiterInnen eines indonesischen Zulieferers, der als Teil der Panarub-Gruppe für die Sportartikelmarken Adidas und Mizuno produzierte, nach der Beteiligung an einem Streik entlassen. Nach jahrelanger Kampagnenarbeit für eine vollständige Entschädigung, unterstützt u.a. von der Clean Clothes Campaign (Kampagne für Saubere Kleidung – CCC), sah sich die ehemalige Gewerkschaft des Betriebs Ende des Jahres 2018 gezwungen, einer Entschädigungszahlung von 5 Mio. Rupien (300 Euro) pro Person durch die Panarub-Gruppe zuzustimmen. Die CCC kritisiert, dass diese deutlich niedriger liegt als das, was die Entlassenen benötigen und was ihnen zusteht. Sie erwartet, dass Adidas und Mizuno sicherstellen, dass die Beschäftigten die ihnen zustehende Entschädigung in vollem Umfang erhalten.

 

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