Arbeitsbedingungen in der textilen Kette

In der weltweiten Textil- und Bekleidungsindustrie sind schwerwiegende Arbeitsrechtsverletzungen der mehrheitlich weiblichen Beschäftigten an der Tagesordnung. Viele von ihnen sind informell beschäftigt. Ihre Arbeit ist sozial ungeschützt und unter ihnen ist Armut weit verbreitet. Über die Hälfte der informell Arbeitenden sind Frauen. Wichtige Hebel zur Absenkung von Arbeits- und Sozialstandards waren in den letzten Jahrzehnten die Ausbreitung von „Freien Exportzonen“, die wachsende Beschäftigung von MigrantInnen sowie die Liberalisierung im Welttextilhandel. Auf allen Stufen der textilen Wertschöpfungskette - vom Anbau und der Verarbeitung von Baumwolle über Spinnereien, Webereien, Textilverarbeitung und Konfektionierung - sind informelle Arbeitsverhältnisse Alltag. SÜDWIND untersucht diese sowie die Arbeitsbedingungen von formell Beschäftigten zusammen mit Partnerorganisationen in den Produktionsländern.

SÜDWIND arbeitet seit der Gründung im Trägerkreis der Kampagne für Saubere Kleidung/Clean Clothes Campaign (CCC) mit. Die CCC ist ein weltweites Netzwerk. Um die Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie weltweit zu verbessern, informiert die CCC die VerbraucherInnen, übt Einfluss auf Unternehmen aus, unterstützt Arbeitnehmerorganisationen in Konfliktfällen und führt Kampagnen durch, die sich an die Politik wendet.

Publikationen

Am Beispiel von Indonesien, eine der zehn größten Exportnationen für Bekleidung weltweit, geht SÜDWIND
in mehreren Publikationen der Frage nach, was ein „Lohn zum Leben“ dort bedeuten würde und welche Wege von der dort vorherrschenden Entlohnung auf Mindestlohnniveau zu existenzsichernden Löhnen führen können.

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Aktuelles/Pressemitteilungen

Beschwerdeverfahren gegen Adidas – Deutsche Kontaktstelle der OECD bleibt hinter Erwartungen zurück

[Bonn, 29.04.2020] Die Nationale Kontaktstelle der OECD (NKS) in Berlin legte am Freitag, den 24. April 2020, ihre Abschlusserklärung zum Beschwerdeverfahren gegen die Adidas AG vor. Das SÜDWIND-Institut, die internationale Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) und die indonesische Arbeitsrechtsorganisation LIPS hatten das Beschwerdeverfahren vor zwei Jahren angestrengt. Anlass waren Arbeitsrechtsverletzungen bei einem indonesischen adidas-Zulieferer. Über die jetzt vorgelegte Abschlusserklärung äußern sich die drei Nicht-Regierungsorganisationen enttäuscht.

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Audio/Video

Auswirkungen von Corona auf Arbeitsmigrant*innen in Indien

Der durch die indische Regierung verhängte Lockdown infolge der Corona-Pandemie traf Arbeitsmigrant*innen, die im Textil- oder Bausektor Westindiens tätig sind, besonders hart. Sudhir Katiyar vom Prayas Centre for Labour Research and Action, berichtet in diesem Video von der aktuellen Situation der Arbeitsmigrant*innen. Prayas ist langjähriger Partner von SÜDWIND e.V.

 

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Aus unseren Netzwerken

Pressemitteilung Kampagne für Saubere Kleidung: Wieviel verdient eine Näherin in der Lieferkette von Zalando oder Hugo Boss?

Berlin, Bonn, Dresden, Wuppertal, 22.06.2020 - Die Webseite Fashion Checker geht heute online und deckt Details über Lieferketten der größten Modemarken der Welt auf, darunter Zalando, H&M, Primark, adidas und Hugo Boss. Das neue Online-Tool der Kampagne für Saubere Kleidung verrät, wo und wie Kleidung hergestellt wurde. Dazu wurden beide Enden der Lieferkette befragt: hunderte Beschäftigte ebenso wie 108 Modehändler – erstmals in so flächendeckendem Ausmaß. Ergebnis: 93% der befragten Modehäuser zahlen ihren Lieferanten keinen Lohn, der für die Arbeiter*innen zum Leben reicht. 63% informieren gar nicht oder nur rudimentär über ihre Lieferketten. Die Forderung der internationalen Menschenrechtsinitiative Kampagne für Saubere Kleidung, dass bis zum 31. Dezember 2022 existenzsichernde Löhne für alle Beschäftigten in der Bekleidungsindustrie zu zahlen sind, ist ebenso naheliegend wie überfällig.

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