Arbeitsbedingungen in der textilen Kette

In der weltweiten Textil- und Bekleidungsindustrie sind schwerwiegende Arbeitsrechtsverletzungen der mehrheitlich weiblichen Beschäftigten an der Tagesordnung. Viele von ihnen sind informell beschäftigt. Ihre Arbeit ist sozial ungeschützt und unter ihnen ist Armut weit verbreitet. Über die Hälfte der informell Arbeitenden sind Frauen. Wichtige Hebel zur Absenkung von Arbeits- und Sozialstandards waren in den letzten Jahrzehnten die Ausbreitung von „Freien Exportzonen“, die wachsende Beschäftigung von MigrantInnen sowie die Liberalisierung im Welttextilhandel. Auf allen Stufen der textilen Wertschöpfungskette - vom Anbau und der Verarbeitung von Baumwolle über Spinnereien, Webereien, Textilverarbeitung und Konfektionierung - sind informelle Arbeitsverhältnisse Alltag. SÜDWIND untersucht diese sowie die Arbeitsbedingungen von formell Beschäftigten zusammen mit Partnerorganisationen in den Produktionsländern.

SÜDWIND arbeitet seit der Gründung im Trägerkreis der Kampagne für Saubere Kleidung/Clean Clothes Campaign (CCC) mit. Die CCC ist ein weltweites Netzwerk. Um die Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie weltweit zu verbessern, informiert die CCC die VerbraucherInnen, übt Einfluss auf Unternehmen aus, unterstützt Arbeitnehmerorganisationen in Konfliktfällen und führt Kampagnen durch, die sich an die Politik wendet.

Publikationen

Der „Synthese-Bericht: Auswirkungen von COVID-19 auf die Textilindustrie“ stellt auf Grundlage einer systematischen Analyse bestehender Berichte konkrete Handlungsoptionen und Best Practices zusammen.

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Aktuelles/Pressemitteilungen

"Synthese-Bericht: Auswirkungen von COVID-19 auf die Textilindustrie“ veröffentlicht

[Berlin/Bonn, 19.11.2020] Im Frühjahr 2020 häuften sich die Meldungen aus Indien, Bangladesch, Kambodscha und anderen Ländern, dass Bekleidungshändler und -marken aus den Zielmärkten wie Deutschland, Italien oder den USA ihre Aufträge stornierten und darauf drängten, dass bereits produzierte Ware nicht mehr ausgeliefert werde. Diese war die unmittelbare Reaktion der Bekleidungshändler und -marken auf den wegen der Corona-Pandemie verordneten Stillstand des öffentlichen Lebens, der zumindest zeitweise gravierende Umsatzeinbußen verursachte.

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Audio/Video

Corona und die Textilindustrie

Der große Ansturm auf die Geschäfte blieb nach dem Lockdown aus. Sabine Ferenschild erklärt im Interview was das für die Textilindustrie bedeutet und wer die Leidtragenden sind.

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Aus unseren Netzwerken

Kampagne für Saubere Kleidung: Licht ins Dunkel

Dieser kurze Bericht dient als Leitfaden für das FashionChecker-Tool (FashionChecker.org/de) und zeigt die Lücken bei der Zahlung eines existenzsichernden Lohns an Textilarbeiter*innen auf. Die Ergebnisse stützen sich auf Forschungsergebnisse aus den Jahren 2019 und 2020.

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